Blick ins Ausland

EO für Dienstleistende

Die Milizorganisation der Schweizerischen Armee ist ein Grund, weshalb die EO eingeführt wurde und bis heute existiert. Die Länder im nahen Ausland kennen kein Milizsystem für die Armee — mit wenigen Ausnahmen.
Die deutsche Bundeswehr etwa ist seit 2011 in einem Berufsarmeesystem organisiert.
Auch die französische Armee ist eine Berufsarmee.
Das österreichische Bundesheer besteht mehrheitlich aus Berufsmilitärs, kennt jedoch auch Elemente, welche im Milizsystem organisiert sind. Gewisse Jägerbataillone und Ähnliches bestehen ausschliesslich aus Milizsoldaten. Dabei wird den Milizsoldaten nicht der ausgefallene Lohn vergütet wie in der Schweiz durch die EO, sondern ein Monatsgeld und eine Pauschalentschädigung für Präsenz geleistet. Dieses ist gleich, unabhängig vom vordienstlichen Lohn.
 

EO bei Mutterschaft

Andere europäische Länder haben ähnliche Systeme:

Deutschland kennt das sogenannte Mutterschaftsgeld. Dieses kommt Frauen zu, welche berufstätig und zu Beginn der Schutzfrist Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung sind. Die Leistung beträgt dort allerdings eine weniger hohe Summe und wird weniger lang ausbezahlt. Für Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen beträgt das Mutterschaftsgeld 13 Euro pro Kalendertag und wird acht Wochen, bei Mehrlingsgeburten bis zu 14 Wochen, ausbezahlt. Familien- oder privatversicherte Personen erhalten ein reduziertes Mutterschaftsgeld von maximal 210 Euro. Ein eigentlicher Ausgleich zum entfallenen Erwerb wird aber durch dieses staatlich ausgerichtete Mutterschaftsgeld noch nicht erreicht. Daher gibt es einen Zuschuss, der durch den Arbeitgeber ausgerichtet wird und den wirtschaftlichen Ausfall ausgleichen soll, welcher der jungen Mutter durch das Beschäftigungsverbot entsteht. Der Zuschuss beträgt die Differenz zwischen dem staatlich ausgerichteten Mutterschaftsgeld und dem durchschnittlichen Tageslohn der Mutter vor der Geburt.

Auch Österreich kennt eine vergleichbare Institution: Den sogenannten Mutterschutz. Der Sozialversicherungsträger richtet während einer Karenzzeit von 20 Wochen – die Eltern können diese unter gewissen Vorgaben untereinander teilen – ein Mutterschaftsgeld aus. Dieses entspricht dem Nettolohn, den die Mutter während der 13 der Geburt des Kindes vorangegangenen Wochen verdient hatte.

Frankreich kennt ebenfalls einen Mutterschaftsurlaub. Dieser dauert 16 Wochen ab der Geburt des Kindes. Während dieser Zeit herrscht eine Lohnfortzahlungspflicht. Danach kann die Mutter einen einjährigen "Erziehungsurlaub" beziehen. Dieser wird zwar nicht bezahlt, beinhaltet aber eine Arbeitsplatzgarantie. Väter haben Anspruch auf elf Wochen bezahlten Vaterschaftsurlaub.

Skandinavien kennt Modelle, welche von jenem in der Schweiz abweichen. Island zum Beispiel gewährt Eltern eine neunmonatige Elternzeit, jeweils drei Monate davon für die Mutter und drei Monate für den Vater, die restlichen drei Monate können frei aufgeteilt werden. Während dieser Zeit besteht eine Lohnfortzahlungspflicht. Schweden bewilligt 480 Tage aufteilbarer Elternurlaub. Den Eltern wird während dieser Zeit 80 % des Bruttolohns ausgezahlt, den sie vor der Geburt des Kindes verdient hatten. Nach Ablauf des Elternurlaubs können die Eltern während 90 Tagen rund 60 Euro pro Tag beziehen, sofern sie die Arbeit nicht wiederaufnehmen.